Oldtimer Zulassung nach der Restauration

 

Restauriert von Vehicle-Experts
Porsche 356 Cabriolet

Wird ein Auto 30 Jahre alt, kann es in Deutschland die Straßenzulassung als Oldtimer erhalten. Doch was qualifiziert ein Fahrzeug abgesehen vom Alter zum Oldtimer und was ist bei der Zulassung zu beachten? Immer wieder kommt es leider vor, dass bei einer Porsche Restaurierung gravierende Fehler gemacht werden, die am Ende die Chance auf die begehrte Oldtimerzulassung zunichte machen können.

H-Kennzeichen

Mit der Zulassung zum Oldtimer wird das sogenannte H-Kennzeichen ausgestellt. Wie der Name schon andeutet, zeichnet es sich dadurch aus, dass auf die übliche Ziffernfolge stets noch der Buchstabe H folgt. Erst mit der Erreichung des dritten Lebensjahrzehntes kommt ein Auto für das H-Kennzeichen in Betracht. Frühere Regelungen zur Youngtimerzulassung, in deren Genuss bereits Fahrzeuge ab 20 Jahren kamen, sind heute außer Kraft gesetzt. Die meisten Fahrzeuge halten heutzutage einfach so lange, dass ein Alter von 20 Jahren längst keine Seltenheit mehr ist.

Das H-Kennzeichen bietet eine Reihe von Vorzügen. Da wäre zunächst der einheitliche Kfz-Steuersatz zu nennen. Üblicherweise werden Fahrzeuge nach ihrem Hubraum und der Schadstoffklasse besteuert. Dies geht leider vor allem bei älteren Fahrzeugen ins Geld, die sich oftmals durch viel Hubraum und eine schlechte Abgasbilanz auszeichnen. Kfz-Steuerbescheide von bis zu 1000 Euro sind deswegen nicht unüblich. Dies trifft vor allem großvolumige V8-Motoren. Porschemotoren sind durch ihren geringeren Hubraum zwar besser dran, aber auch bei ihnen lohnt das H-Kennzeichen in der Regel. Einheitlich 191,73 Euro Steuern werden jährlich fällig. Überdies gelten für Oldtimer keine Beschränkungen in Umweltzonen. Dieser Vorteil dürfte angesichts der aktuellen Entwicklungen in Zukunft noch stärker ins Gewicht fallen. Weiterhin bieten die meisten Versicherungen günstige Spezialtarife an, wenn ein Auto als Oldtimer zugelassen wird.

Porsche 356 Kofferraum

Kriterien

Allerdings qualifiziert sich nicht jedes Auto mit dem Überschreiten der Altersgrenze automatisch für das H-Kennzeichen. Vielmehr muss es sich noch einer Reihe weiterer strenger Kriterien stellen. Die Oldtimerzulassung dient nämlich laut Gesetzestext dem Erhalt des sogenannten automobilen Kulturgutes. Das heißt, nur Fahrzeuge, die wirklich als erhaltungswürdig anzusehen sind, können ihr Dasein als Oldtimer fristen. Dazu muss zunächst einmal die Substanz stimmen. Ein Fahrzeug, das den TÜV nicht besteht, hat keinerlei Chancen auf das H-Kennzeichen.

Leider sind die möglichen Einwände bei einem 30 Jahre alten Auto meist zahlreich. Durchgerostete Karosserien, leckende Motoren, massive Lackschäden, abgewetzte Interieurs oder kleine Defekte, die zwar nicht den Betrieb, aber das Gesamtbild stören. Eine Oldtimer Restaurierung geht daher den meisten Oldtimerzulassungen voraus. Sie muss fachgerecht durchgeführt werden, um den Wagen wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen. Mit einer guten Oldtimer Restaurierung lassen sich auch vernachlässigte Exemplare fit für das H-Kennzeichen machen.

restaurierter Porsche 911
Porsche Urelfer

Restauration vom Profi

Damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt. Unsachgemäßen Reparaturen, Tuningmaßnahmen oder anderen Verfremdungen des Originalzustandes erteilt der Gutachter ebenfalls regelmäßig eine Abfuhr. Wenn bei einem Wagen schon aus mehreren Metern Distanz erkennbar ist, dass hier großflächig neue Bleche eingeschweißt oder die Karosse sichtlich aus verschiedenfarbigen Teilen neu zusammengewürfelt worden ist, wird es keine H-Zulassung geben. Sportlenkräder oder Tuning-Pakete mögen zwar gut aussehen, an einem Oldtimer haben sie aber nichts zu suchen. Eine Ausnahme ist natürlich, wenn das Tuning bereits ab Werk vorhanden war.

Auch wenn die Veränderungen mit zeitgenössischen Originalteilen vorgenommen worden sind, drücken viele Gutachter noch ein Auge zu. Ebenso sind Umbauten, welche die Verkehrssicherheit oder Umweltfreundlichkeit verbessern, ausdrücklich gestattet. Dazu zählen etwa moderne Gurtsysteme oder Katalysatoren. Eine professionelle Porsche Restauration ist daher die beste Gewähr dafür, dass der Wagen in einem originalgetreuen und technisch einwandfreien Zustand beim Gutachter vorstellig werden kann. Es lohnt gerade bei hochwertigen Fahrzeugen wie Porsche Restauration oder Aufbereitung vor der Begutachtung vornehmen zu lassen.

restauriert von Vehicle-Experts
Porsche 911 aus 1966

Die technische Begutachtung selbst schlägt mit 100 bis 200 Euro zu Buche und kann bei jeder Prüfstelle, etwa beim TÜV oder bei der Dekra, durchgeführt werden. Daneben muss der Halter noch nachweisen, dass er über mindestens ein weiteres Fahrzeug verfügt, da ein Oldtimer nicht gleichzeitig als Alltagsfahrzeug herhalten darf.

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Porsche 911 Irishgreen

Sind alle Kriterien erfüllt, steht der Zulassung zum Oldtimer nichts mehr im Wege. Bei vielen Porsche-Fahrzeugen, die auf den ersten Blick nicht mehr erhaltungswürdig erscheinen, kann eine fachmännische Porsche Restaurierung daher am Ende doch noch den ersehnten Oldtimerstatus ermöglichen.

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